Yin & Yang

“Yin ruht, Yang ist aktiv.
Yang erzeugt Leben, Yin lässt es wachsen…
Yang wird zu Qi gewandelt,
Yin wird zum Materiellen Leben transformiert”
(Aus: “Der gelbe Kaiser“)

Yin und Yang beschreiben das Gesetz der Polarität! Dies bezeichnet Gegensätze in ihrer wechselseitigen Bezogenheit, die sich bedingen. “Das Eine existiert erst durch das Andere und umgekehrt”.
Alles ist in diese Gegensätze einteilbar. Da jedes immer seinen Gegen-satz fordert, kann auch jedes Teil unendlich weiter in diese Gegensätze aufgebrochen werden. Jedes Yin hat seinen Yang-Anteil, der wiederum seinen Yin-Anteil usw. Auch das Männliche hat ein Weibliches und das Weibliche ein Männliches. Der männliche Anteil im Weiblichen hat wieder einen weiblichen Anteil, der wiederum einen männlichen Anteil hat und so geht es unendlich weiter!
Am deutlichsten erlebbar sind die Gegensätze am eigenen Leib am Atem: ein Einatmen ist nicht ohne ein Ausatmen möglich, ein Ausatmen nicht ohne ein Einatmen! Keines ist hierbei bedeutender! Es geht somit nicht um eine Wertung, sondern lediglich um eine Beschreibung und Einteilung – wertfrei! Erst des Menschen Urteil schafft die Bewertung.
Ein Einteilen in eine Wertigkeit würde hier wieder nur dem Gesetz von Yin und Yang folgen: wenn Eines als bedeutsamer beurteilt wird, dann wird das Andere als weniger Bedeutsam beurteilt werden müssen… Vielleicht stimmt, dass das Eine zuerst war, was bedingt, dass das Andere folgte. Aber ist immer das Erste das Bedeutende und das Zweite geringer, weil es folgt? Oder ist das Erste nur der Vorreiter für das Bedeutsame, das Folgende? …beides ist möglich, in der Abhängigkeit vom Standpunkt des Betrachters! Es geht also bei dem Gesetz von Yin und Yang nicht um eine bewertende Einteilung, sondern ist lediglich eine wertfreie Feststellung und Einteilung von Gegensätzen. Hier macht auch schon das Wort Gegensatz deutlich, dass dem Einen das Andere entgegen gesetzt sein muss, sonst wäre es kein Gegen-satz!

Yin und Yang können zur Erklärung von Wandlungsvorgängen, von Prozessen der Wiederkehr von Dingen und zur Darstellung der gegenseitigen Begrenzung benutzt werden.
Da Yin und Yang sich bedingen sind sie von einander abhängig. Wenn Yang sich vergrößert, verringert sich Yin und umgekehrt, jedoch gibt es ein natürliches Drängen zum Ausgleich. Somit beschreibt Yin und Yang im Kern einen Zustand der Mitte, des vollkommenen Ausgeglichen seins. Wer die Gegensätze aus der Mitte heraus betrachtet, ohne durch eine Bewertung in eine Richtung zu kippen, der versteht sie in ihrer Wahrheit als Gesetz, das das Leben beschreibt.

YIN UND YANG – DAS GESETZ DER POLARITÄT